Kennen Sie die aus Western und Komödien bekannten Filmszenen, in denen absolute Stille herrscht und ein kleiner Strohballen angetrieben vom Wind durch das Bild rollt? Und haben Sie sich in einem Treffen mit Ihren Arbeitskollegen schon einmal an genau jene, unangenehme Szene erinnert, weil einfach niemand zuerst sprechen wollte?

Diese festgefahrenen Situationen können im Berufsleben häufiger auftreten, als Sie vielleicht denken – Meetings mit Kunden oder potentiellen Partnern, Teambuilding-Events mit neuen Mitarbeitern, bei Zusammenführungen verschiedener Arbeitsgruppen, auf Messen und Kongressen oder schlicht und ergreifend am gemeinsamen Tisch in der Kantine mit unbekannten Mitarbeitern.

Nicht selten gleicht der erste Schritt ins Gespräch mit dem Gegenüber einem sozialen Minenfeld. Stellt man die falsche Frage, hinterlässt man schnell einen negativen Eindruck. Zögert man, die Interaktion zu beginnen, wirkt man schnell zurückhaltend oder gar introvertiert. Spult man Standardphrasen ab, wird man vielleicht als einfallslos oder gar unsympathisch empfunden. Beginnt man das Gespräch zu offen, so wirkt man aufdringlich.

Der Grad zwischen angemessener Gesprächsführung und Zurückhaltung ist schmal, von Hürden wie Gepflogenheiten oder charakterlichen Zügen ganz zu schweigen. Denn während der Eine scheinbar mühelos über das Networking-Parkett schwebt, ist der Andere in der gleichen Situation furchtbar angespannt und fühlt sich unwohl

Doch es gibt keinen Grund, an der Eröffnung eines Gesprächs in der Gruppe oder mit einzelnen Personen zu verzagen. Denn es gibt sie, die ultimativen Signalfeuer aller Strohballenszenen: die altbewährten Eisbrecher.

Eisbrecher sind jede Form von Frage, Spiel, Aktivität oder Event, bei dem Menschen auf angenehme und einfache Art miteinander ins Gespräch kommen, also miteinander warm werden können. In der Meinungsforschung finden Sie häufig als Einstiegsfrage Anwendung, um das Interesse der Studienteilnehmer zu wecken. Bei Teambuilding-Events sind sie hingegen ein geeignetes Mittel, sich kennenzulernen, das Gespräch anzukurbeln und gemeinsam bei dieser Interaktion Spaß zu haben.

 

Die wichtigsten Gründe für den Einsatz eines Eisbrechers sind demnach:

  • Einander unbekannte Teilnehmer eines Gesprächs oder Meetings sollen sich auf angenehme und ungezwungene Art besser kennenlernen.
  • Bereits einander bekannte Teilnehmer einer Interaktion können mit Hilfe eines Eisbrechers besser miteinander ins Gespräch kommen.
  • Im Falle eventueller Hierarchien unter den Gesprächsteilnehmern, zum Beispiel durch Altersunterschiede oder verschiedene Jobpositionen, können Eisbrecher eine wertvolle Unterstützung beim Überwinden von Barrieren in der Kommunikation sein.
  • Ein Eisbrecher kann situationsbedingt ein wichtiger Impuls für ein Meeting sein, indem er zum Beispiel gezielt die Aufmerksamkeit auf ein Thema lenkt.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Eisbrecher in ein Team-Event oder in die Begegnung mit Arbeitskollegen oder Unbekannten einzubauen. Manche Personen entwickeln die Kommunikationsstützen sogar selbst, was einer gewissen Erfahrung im Umgang mit Gesprächen und Menschenkenntnis bedarf. Damit Sie jedoch ohne weiteren Aufwand von der Wirkung eines Eisbrechers profitieren können, haben wir für Sie eine kleine Auswahl vorbereitet.  

 

  1. Witzige und lockere Fragen als Gesprächseinstieg

Diese Form des Eisbrechers eignet sich besonders für Meetings oder Teambuilding-Events mit dem Ziel, einander kennenzulernen. Für Gespräche auf Kongressen oder mit potentiellen Partnern sind sie durch den nicht ganz ernst gemeinten Charakter nur bedingt geeignet, können aber in vereinzelten Gelegenheiten dennoch hilfreich sein.

 

Der Sinn einer witzigen Frage als Einstieg liegt darin, Teilnehmer aufzulockern. Der Fokus soll vom konservativen und wahrscheinlich viel zu ernsten Rahmen des Treffens hinweg gelenkt werden und so Ihren Mitarbeitern helfen, sich wohl zu fühlen. Denn wer Spaß bei der Sache hat, ist gegenüber allem, was folgt, viel aufgeschlossener. Unter den Gesprächsteilnehmern stellt sich viel schneller das Gefühl von Zugehörigkeit, Kameradschaft und Verständnis ein.   

 

Hier sind einige Beispiele für solche Fragen:

 

  • Heißt es “die” oder “das” Nutella? Isst man sie nun mit Butter oder ohne?
  • Wenn Sie eine Gemüsesorte wären, welche wäre das und warum?
  • Würden Sie auf einer einsamen Insel landen, welche drei Gegenstände würden Sie mitnehmen?
  • Wenn Sie mit einer Person Ihrer Wahl zu Mittag essen könnten, wen würden Sie wählen?
  • Welchen Namen würden Sie wählen, wenn Sie den Ihrigen verändern dürften?

 

Ihrer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt! Legen Sie sich ein paar Fragen zurecht, von denen Sie sicher sind, dass sie Ihr Team bzw. Ihr Gegenüber amüsieren könnten. Sie werden beobachten, wie der Spaß sich dann von ganz allein einstellt.

 

2) Dreierkombo als Eisbrecher

Ähnlich dem ersten Beispiel kann dieser Eisbrecher sowohl bei einander bekannten wie einander unbekannten Gesprächsteilnehmern verwendet werden. Sie können diesen je nach Bedarf und Vorliebe locker oder relevant gestalten, denn das Grundprinzip bleibt dabei gleich: Sie fragen Ihr Gegenüber nach 3 Antworten zu einer bestimmten Frage und einer Begründung.

 

Hier einige Varianten für den zwanglosen Gebrauch, der sich vor allem zum Kennenlernen und Aufwärmen des Gesprächs eignet:

 

  • Welche 3 Bücher haben Sie zuletzt gelesen und warum?
  • Welche 3 Filme sind die schlechtesten, die Sie jemals gesehen haben und warum?
  • Welche 3 Länder würden Sie gern einmal bereisen? Warum?

 

Ebenso interessant ist auch die Anwendung dieses Eisbrechers mit Fragen, die sich auf das Team bzw. die Zusammenkunft der Gesprächsteilnehmer beziehen:

 

  • Welche 3 Aspekte würden Sie an Ihrer Arbeit verändern?
  • Welche 3 Dinge mögen Sie am Kontakt mit Kunden/Partnern?
  • Welche 3 Veränderungen würden Sie sich im Unternehmen wünschen?

 

Auch hier können Sie in der Gestaltung aus den Vollen schöpfen und den Eisbrecher ganz Ihren Vorstellungen anpassen. Bei größeren Gruppen können Sie diese auch in kleine Teams separieren und diese untereinander die Fragen ausarbeiten lassen. Sollte der Zeitrahmen es zulassen, könnte ein Repräsentant jedes Teams kurz die gemeinsamen Antworten vorstellen. Für gewöhnlich birgt dieser Austausch viel Potential für weitere Gespräche und Interaktion.  

 

3) Der Ein-Wort-Eisbrecher

Diese Form des Eisbrechers ist ebenfalls ideal für Meetings im Team oder bei Teambuilding- Events. Es geht darum, die ersten Gedanken und Reaktionen der Teilnehmer zu einem bestimmten Thema zu erfassen und so die Diskussion anzuregen. Das kann praktischerweise ein Thema sein, dass ohnehin für die Arbeitsgruppe zur Debatte stand oder ein anderer beliebiger Gesprächsgegenstand.

 

Bei einer geringen Anzahl an Teilnehmern können diese individuell agieren. Bei einer größeren Gruppe oder gar dem Aufeinandertreffen mehrerer Abteilungen, lohnt sich die Einteilung in Gruppen. Dabei sollten Sie darauf achten, gewohnte Gruppierungen zu sprengen und die Personen stattdessen willkürlich aufteilen. Das kann durch das Ziehen von Nummern erfolgen oder durch kreativere Methoden wie das zufällige Verteilen von Schokoriegeln sein (zum Beispiel “Team Snickers” etc.). Der Vorteil von Letzterem ist, dass Schokoriegel automatisch die Stimmung heben, denn Meetings machen immer hungrig.

 

Die darauffolgende Aufgabe ist einfach: “Welches Wort fällt Ihnen ein zu X”. Ergänzen Sie das “X” durch das zu besprechende Thema. In einer kleinen Gruppe mit individuell agierenden Teilnehmern, soll jeder seinen Gedanken auf ein Stück Papier schreiben und hochheben. Bei Arbeitsgruppen lohnt sich eine Minute Bedenkzeit, in der die Gruppen untereinander diskutieren und sich dann auf ein Wort festlegen.

 

Sie werden überrascht sein, welch interessante Impulse diese ersten Assoziationen für die weitere Diskussion des Themas geben werden! Fragen Sie die Teilnehmer ruhig anschließend, warum Sie die jeweiligen Worte wählten und erhalten Sie so weiteren Input.

 

Wenn Sie kein gezieltes Thema behandeln, sondern stattdessen einander besser kennenlernen möchten, so können Sie diese Ein-Wort-Übung auch mit folgenden Fragen verwenden:

 

  • Mit welchem Wort würden Sie Ihr Team/Ihre Person beschreiben?
  • Mit welchem Wort würden Sie Ihr Verhältnis zu Ihrem Chef beschreiben?
  • Mit welchem Wort würden Sie Ihre Arbeit beschreiben?

 

4) Eisbrecher-Spiele

Einige bekannter Party- und Schulhofspiele lassen sich genauso für Business-Meetings und Teambuilding verwenden. Dabei wird in der Regel nicht nur das Eis gebrochen, sondern es werden auch die Lachmuskeln strapaziert. Hier sind einige Spiele-Varianten, die Sie für etwas Auflockerung in einem Meeting nutzen können.

 

Wer war es?

Verteilen Sie an alle Teilnehmer Klebezettel und bitten Sie sie, darauf eine peinliche Eigenschaft oder eine lustige Arbeitsanekdote zu vermerken (auch hier sind Sie wieder flexibel in der Ausgestaltung). Mischen Sie die Zettel danach und bitten Sie reihum alle Teilnehmer, einen zufällig gezogenen Klebezettel der Person anzuheften, die Sie als Urheber vermuten.

 

Wer bin ich?

Wieder beginnt es mit Klebezetteln, die Sie an alle Teilnehmer verteilen. Bitten Sie sie nun, sich im Kreis zu setzen und dann ihrem linken Sitznachbar eine imaginäre Person zuzuordnen. Das kann eine historische Persönlichkeit, ein Star oder eine allen bekannte Person vom Arbeitsplatz sein. Die Teilnehmer sollen den Namen der gewählten Person dann verdeckt auf den Zettel schreiben und ihn – ohne Schummeln – dem linken Sitznachbarn an die Stirn kleben. Nun muss jeder reihum Fragen zu “seiner Person” stellen und so erraten, wer er ist. Die Gruppe beantwortet die Fragen kollektiv. Kann die Frage mit einem “Ja” beantwortet werden, so darf der Teilnehmer eine weitere Frage stellen. Wird sie mit “Nein” beantwortet, ist der nächste mit Fragen dran.

 

Wahrheit oder Lüge?

Jeder Teilnehmer wird gebeten, sich 3 Anekdoten auszudenken, von denen zwei der Wahrheit entsprechen und eine erfunden ist. Diese müssen sie dann dem Rest der Gruppe erzählen, wobei die anderen erraten sollen, welche Anekdote eine Lüge ist.  

 

Assoziationsfeuer

Die Teilnehmer sollen im Kreis stehen (Betonung auf dem Stehen, denn so werden müde Geister geweckt und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert). Die erste Person soll ein beliebiges Wort laut sagen. Der darauf folgende Teilnehmer zu Linken soll dann ein Wort nennen, dass er gedanklich mit dem ersten verbindet. Wichtig ist, dass dieser Prozess sehr schnell und ohne lange Bedenkzeit vonstatten gehen soll.

 

5) Der Eisbrecher der Gemeinsamkeiten

Dieser Eisbrecher ist eine tolle Gelegenheit, Mitglieder eines Teams einander näher zu bringen. Teilen Sie hierfür die Teilnehmer in kleine Gruppen auf. Eine faire Option hierfür ist, mit Zahlen von 1 bis x (x steht für die Anzahl der Gruppen) durch zuzählen. Alle Einsen sind dann in einer Gruppe, alle Zweien in einer anderen und so weiter.

 

Bitten Sie nun die Teilnehmer jeder Gruppe, 10 Gemeinsamkeiten zu finden und diese auf einen Zettel zu schreiben. Dies dürfen keine offensichtlichen Dinge wie beispielsweise “Zwei Augen” oder “Ich arbeite in der gleichen Firma” sein, sondern sollten stattdessen eher persönlicher Art sein.

 

Mit dieser Übung stellen Sie sicher, dass Mitarbeiter miteinander ins Gespräch kommen, die unter normalen Arbeitsbedingungen vielleicht niemals diese Art von persönlichem Kontakt hätten. Beobachten Sie, wie die Teilnehmer zur Erfüllung der Aufgabe Hemmschwellen überschreiten, die sie sonst einhalten würden. Sofern sich alle wohl fühlen, können anschließend die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet werden.

 

Die Wahl des richtigen Eisbrechers

 

Neben den soeben genannten gibt es noch vielerlei weitere Möglichkeiten, um eine Zusammenkunft angenehmer zu gestalten und den Einstieg in eine Veranstaltung wie ein Teammeeting zu finden. Wichtig ist dabei, dass Sie bei der Wahl bzw. der eigenen Gestaltung eines Eisbrechers die folgenden Kriterien beachten:

 

  • Zeit – Wie viel Zeit steht Ihnen zur Verfügung? Wie viele Minuten wollen Sie dem Eisbrecher beimessen? Soll er nur zum Einstieg ins Thema dienen oder soll er ein tragendes Element des Gespräches sein?
  • Zusammensetzung – Aus welchem Personenkreis besteht die Veranstaltung? Ist das Ambiente für den Eisbrecher geeignet? Was sind mögliche Interessen und Präferenzen der Teilnehmer?
  • Zweck – Was wollen Sie mit dem Eisbrecher erreichen? Soll er nur die Interaktion zwischen den Teilnehmern anstossen oder soll er helfen, bei tiefergehenden Themen Berührungsängste abzubauen?  

 

Sobald Sie die notwendigen Kriterien für Ihre Veranstaltung ermittelt haben, wird Ihnen die Wahl des passenden Eisbrechers (oder vielleicht gar der passenden Eisbrecher) wesentlich leichter fallen.

 

Die Mühe wird sich lohnen!

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