Es gibt einen Satz, der wahrscheinlich in jeder Personalabteilung schon mindestens einmal ausgesprochen wurde: „Personalsuche ist nicht mehr das, was sie einmal war”.

Und das stimmt auch. Vorbei sind die goldenen Zeiten, in denen fähige Talente bei Unternehmen Schlange standen und sich die liebevoll angelegten Bewerbungsmappen stapelten. Die Weiterentwicklung des Arbeitsmarktes sowie der demografische und technische Wandel haben die Karten im Karriere-Poker längst neu verteilt. Recruiting ist längst kein passiver Prozess mehr. Die Chancen, über die eigene Reputation und Bewerbungen aufgrund von Stellenanzeigen vielversprechenden Nachwuchs zu erreichen, sinken zunehmend.

Die Lösung? Wie auch in vielen anderen Bereichen verhilft auch bei der Personalsuche der Gang mit der Zeit zu nachhaltigem Erfolg. Dabei deuten wirtschaftliche und soziale Aspekte vor allem auf einen Ansatz: das aktive Recruitment.

Aktuelle Trends im Recruitment

Gesellschaftliche Trends haben einen direkten Einfluss auf die Wirtschaft und damit die Unternehmen. Entsprechend war der Effekt von geburtenschwachen Jahrgängen für Personaler in den letzten Jahren deutlich spürbar. Auch wenn die Statistiken mittlerweile wieder einen Aufwärtstrend verzeichnen, so ist die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt dennoch angespannt. In vielen Branchen mangelt es an Nachwuchskräften und talentierte Kandidaten wägen oftmals zwischen den Karrieremöglichkeiten konkurrierender Firmen ab.

Ein Zurücklehnen auf die eigene Employer Brand ohne weitere Maßnahmen kann in solch einem Szenario das Aus im Rennen um High Potential bedeuten. Um das zu vermeiden, sollten Sie

  • Aktiv und zeitgemäß mit den richtigen Recruiting-Methoden um potentielle Kandidaten werben und
  • Sich dadurch als besonders attraktiver Arbeitgeber aus der Masse anderer Unternehmen abheben.

Diese beiden Ansätze klingen simpel, erfordern aber in ihrer Umsetzung ein durchdachtes Konzept zur Rekrutierung und das richtige Quäntchen persönlicher Note.

Fokus auf die Zielgruppe

Der wohl langanhaltendste und wichtigste Trend im Recruitment sowie gleichzeitiger Erfolgsgarant ist das Definieren und Erreichen der richtigen Zielgruppe. Je nach zu besetzender Position stammen Kandidaten heutzutage meist aus den Generationen X, Y und Z. Das heißt, wir sprechen von Digital Natives, also Personen, deren Arbeits- und Privatleben deutlich vom digitalen Zeitalter geprägt sind. Diese Zielgruppe hat ein völlig anderes Erwartungsbild an einen Arbeitgeber, als es noch vor Jahren üblich war. Die Reflektion eines Jobangebots ist wesentlich vielschichtiger. Statt eine Stellenanzeige zu sehen und sich direkt zu bewerben, recherchieren Kandidaten in der Regel zunächst erst einmal ausgiebig im Internet. Ihre Webseite, ein eventueller Blog, Ihr Auftreten, Kommentare ehemaliger Arbeitnehmer, Ihre Profile in den sozialen Medien; es mangelt kaum an Quellen für Informationen. Dabei werden Werte wie beispielsweise die Nachhaltigkeit Ihres Unternehmens, Ihre Philosophie oder persönliche Entwicklungsmöglichkeiten mitunter schwerer gewichtet, als das eigentliche Gehalt.

Hinzu kommt, dass man diese Generationen anders erreicht. Eine Stellenanzeige in der Zeitung erzielt hierbei verhältnismäßig wenig Wirkung. Viel effektiver ist, die Menschen aktiv dort anzusprechen, wo sie ohnehin viel Zeit verbringen – im World Wide Web. Sucht man nach Talenten aus spezifischen Branchen bzw. mit bestimmten Fähigkeiten, so kann man diese Suche entsprechend auf erfolgversprechende Foren und Netzwerke eingrenzen. Hieraus ergibt sich automatisch ein weiterer Trend im Recuitment:

Einsatz moderner Recruiting-Maßnahmen

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Personal zu suchen. Zu den klassischen Varianten zählen Stellenanzeigen in Zeitungen und Magazinen, offizielle Ausschreibungen auf der eigenen Homepage und das Rekrutieren auf Messen und an Hochschulen.

Unternehmen, die sich allein auf diese Methoden verlassen, schöpfen Ihr Potential im War of Talents aber noch lange nicht aus. Gerade im modernen Online-Recruiting gibt es eine Bandbreite an Möglichkeiten, um potentielle Kandidaten zu erreichen. Dazu gehören unter anderem :

  • Social Recruiting – Sprechen Sie geeignete Talente auf Karrierenetzwerken oder sozialen Plattformen an. Sei es über ein knackiges Video auf Instagram oder Active Sourcing auf Xing, die Gestaltungsmöglichkeiten sind schier unendlich. Was zählt, ist die Interaktion, die Vertrauen aufbaut.  
  • Mobile Recruiting – Smartphones und Tablets sind in der digitalen Kommunikation fast wichtiger als Laptops. Speziell darauf ausgerichtete Inhalte sorgen für stärkere Interaktion.
  • SEO Recruiting – Kandidaten recherchieren häufig Jobs über Suchmaschinen mit relevanten Begriffen wie spezielle Jobtitel oder Fachbegriffe. Stellen Sie durch gezieltes Content Marketing sicher, dass Sie als Arbeitgeber bei den Suchergebnissen auftauchen.
  • Peer Sourcing – Von einem passenden Treffer im Active Sourcing gelangt man durch entsprechende Suchfunktionen schnell zu weiteren potentiellen Kandidaten und kann diese direkt ansprechen. Das Netzwerk Linkedin ist hierfür ein bekanntes Beispiel.

Durch eine Diversifikation der Personalsuche mit klassischen und E-Recruiting-Maßnahmen erhöhen Sie nicht nur Ihre Reichweite und damit auch Erfolgschance. Gleichzeitig beweisen Sie potentiellen Mitarbeitern von vornherein, dass Sie up to date sind.

Was passiert aber, wenn der Kandidat durch diese Maßnahmen zwar aufmerksam auf Ihr Unternehmen wird, aber nicht von Ihnen überzeugt ist? Hier greift der nächste Trend:

Das richtige Recruiting Marketing für ein erfolgreiches Employer Branding

Die Darstellung Ihres Unternehmens ist ein weiterer entscheidender Faktor für den Erfolg Ihrer Personalsuche. Ihre Reputation und Ihr Auftreten sind essentiell für Ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Das gilt für alle Phasen des Prozesses – von einer völlig unbedarften Person, die durch Zufall auf Ihre Jobanzeige stößt bis hin zum Kandidaten, der Ihr Assessment Center besucht und es nicht in die engere Wahl schafft. Denn selbst wenn Ihr Unternehmen für den Moment nicht als Arbeitsplatz in Frage kommt, so könnte es das in Zukunft werden.

Es ist daher empfehlenswert, eine starke Arbeitgebermarke aufzubauen, die die Stärken und Eigenschaften Ihres Unternehmens transparent und auf ansprechende Art kommuniziert. Diese Strategie sollte sich anschließend durch alle Phasen des Recruitments ziehen, von der Stellenausschreibung bis zum Onboarding nach der Einstellung.

Selbstverständlich lassen sich auch in diesem Bereich neue Methoden und Trends abzeichnen, die Sie keinesfalls verpassen sollten. Dazu gehören:

  • Mitarbeiter in Magazinen oder auf entsprechenden Bewertungsportalen über ihre Arbeitserfahrung in Ihrem Unternehmen berichten zu lassen;
  • Der Einsatz spezieller Recruiting Marketing Software, die viele Vorgänge automatisiert und die Kommunikation mit potentiellen Kandidaten vereinfacht;
  • Recruiting Games, die den Auswahlprozess von Nachwuchskräften völlig neu gestalten.    

Ja, Sie haben beim letzten Punkt richtig gelesen: Man kann den richtigen Kandidaten für Ihr Unternehmen auch über eine spielerische Lösung ermitteln. Von all den aktuellen Recruiting Trends, die hier in Kürze zusammengefasst wurden, möchten wir uns diesem besonders widmen. Warum? Ganz einfach: weil Recruiting Games Ihre Suche nach geeigneten Talenten grundlegend verändern können.

Was sind Recruitment Games?

Sie haben es geschafft, eine Auswahl möglicher Kandidaten für eine zu besetzende Stelle ausfindig zu machen. Aber wie gelingt es Ihnen nun, aus dieser Gruppe völlig verschiedener Persönlichkeiten diejenige ausfindig zu machen, die am besten zu Ihnen passt?

Gemeint sind damit nicht Qualifikationen, die sich am Lebenslauf und auf Zeugnissen ablesen lassen. Oder auswendig gelernte Antworten auf standardisierte Fragen im Interview. Nein, wir sprechen von der persönlichen Ebene wie Stärken, Schwächen, Charaktereigenschaften und versteckten Fähigkeiten, die sich eben nicht aus einem CV oder eingeübten Phrasen ablesen lassen.

An dieser Stelle kann die Einbindung von speziell entwickelten Spielkonzepten weiterhelfen. Die Recruiting Games oder Recruitment Games bereichern die Personalsuche durch Elemente der Gamification. Dadurch sollen die oftmals fast schon zu seriösen Einstellungs- und Auswahlprozesse aufgelockert und in ihrer Aussagekraft erweitert werden. An dieser Stelle spricht man gern auch von Recrutainment.

Wie kann man Recruitment Games einsetzen?

Recruitment Games erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit in Unternehmen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie zu verschiedenen Zeitpunkten und in diversen Gestaltungsformen eingesetzt werden können.

Welche Vorteile bringen Recruitment Games mit sich?

Sie fragen sich an dieser Stelle vielleicht, warum man plötzlich Spiel und Spaß in ein Szenario bringen soll, bei dem es doch eigentlich um ein ernstes Anliegen geht. Wir sagen es Ihnen: Weil Gamification Ihrer kompletten Personalsuche eine neue Richtung geben kann.

-> Einladendes Ambiente – Recruitment Games schaffen, trotz der Herausforderungen, eine angenehme Atmosphäre. Spielerische Aspekte wie Aufgaben, Belohnungen und Wettbewerbssituationen wecken völlig andere, meist positiv verknüpfte Assoziationen bei den Teilnehmern, als es beispielsweise ein trockenes Einstellungsgespräch vermag. Eine ansprechende Candidate Experience macht Ihr Unternehmen nicht nur kurzfristig als Arbeitgeber attraktiv, sondern prägt sich auch als mögliche Option für zukünftige berufliche Entscheidungen von Teilnehmern ein.  

-> Fördern persönlicher Eigenschaften – Es gibt Kandidaten, denen Jobinterviews überhaupt nicht liegen und denen es schwer fällt, sich in solchen Situationen gut darzustellen. Genauso gibt es Nachwuchstalente, die sich in einem Assessment Center bewusst so unter Kontrolle halten, dass ihre Charaktereigenschaften kaum einzuschätzen sind. Oder jene, die beim Abschicken einer formalen Bewerbung nicht wirklich beweisen können, was in ihnen steckt. Mit einem Recruiting Game überwinden Ihre Bewerber diese Hindernisse. Durch den gezielten Einsatz spannender und fordernder Situationen, die die Teilnehmer spielerisch unter Zeit- und Leistungsdruck setzen, sollen die wahren Talente und Eigenschaften der Spieler zu Tage kommen.

-> Einschätzen individueller Fähigkeiten – Damit sind wir schon beim nächsten Vorteil. Ist ein Recruiting Game auf realitätsnahen Szenarien und Anforderungen aufgebaut, so können Sie potentielle Nachwuchskräfte sprichwörtlich live erleben. Keine einstudierten Antworten, keine Hemmungen, keine Schüchternheit, sondern echtes Talent und echte Reaktionen. Noch interessanter ist, dass Sie die Teilnehmer in Situationen beobachten können, die Ihrem zukünftigen Arbeitsalltag nahe kommen. So erkennen Sie zuverlässig die Personen, die Ihrem gewünschten Profil entsprechen. Bei diesen sogenannten Serious Games lassen sich neben arbeitsrelevanten Aufgaben auch Fähigkeiten wie Stressresistenz, Zeitmanagement und kreatives Denken testen.

-> Stärken Ihres Employer Brandings – Unabhängig davon, in welcher Phase der Personalsuche Sie Recruitment Games einsetzen, sie können äußerst positive Effekte auf Ihr Image als Arbeitgeber haben. Durch die Anwendung unterhaltsamer Spiele bei der Stellenausschreibung selbst, beispielsweise durch kurze Online-Games im Bewerbungsprozess, sprechen Sie vielleicht Menschen an, die sich ohne dieses Feature nie für die Stelle interessiert hätten. Genauso sorgen Gamification-Konzepte in einem Assessment Center dafür, dass selbst nicht gewählte Teilnehmer Ihr Unternehmen in besonderer Erinnerung behalten werden. Ihr Abweichen von herkömmlichen Methoden der Personalsuche kann beim War of Talents gegen Konkurrenzunternehmen entscheidend sein.

-> Entscheidungshilfe für Kandidaten – Nicht zuletzt profitieren natürlich auch Ihre Bewerber vom Einsatz eines Recruiting Games. Durch Ihr ansprechendes Auftreten als Arbeitgeber und spielerische Einblicke in zukünftige Aufgabengebiete können Kandidaten die gestellten Anforderungen an eine Position besser einschätzen. Die Entscheidung für oder gegen das Arbeiten in Ihrem Unternehmen ist somit bewusster.

Gamification im Recruitment – so finden Sie Ihre Lösung

Sie möchten gern ein Recuitment Game in Ihre Personalsuche einbinden und wissen nicht so recht, wie Sie das umsetzen können?

Hierfür sollten Sie zunächst grundlegende Fragen klären:

Viele Unternehmen wählen für eine effiziente Erstellung Ihrer Recruitment Games den Weg des Outsourcings. Für die Umsetzung Ihrer Vorstellungen gibt es spezialisierte Agenturen und Spieleentwickler, die ein auf Sie und Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Game-Konzept erstellen können. Die Gestaltungs- und Individualisierungsmöglichkeiten scheinen dabei endlos und genau das ist es, was Recruitment Games so reizvoll macht.

Die Zukunft des Recruitments

Was wird uns in Zukunft bei der Personalsuche erwarten? Verschwinden immer mehr Jobs mit der Digitalisierung? Gibt es neue Stellenprofile mit völlig anderen Anforderungen an die Kandidaten und Personaler? Werden künstliche Intelligenz und Automatisierung für eine Revolution sorgen?

Hypothesen für Zukunftsszenarien gibt es viele, Sicherheiten hingegen derzeit nur wenige. Eine davon ist die Erkenntnis, die schon anfangs erwähnt wurde: Sie müssen mit der Zeit gehen, um beim Kampf um talentierte Nachwuchskräfte mitzuhalten. Eine weitere ist, dass Recruitment Games auch in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle hierbei spielen werden. Setzen Sie also auf eine erfolgversprechende Methode, die den Einstellungsprozess nicht nur für Ihre Bewerber, sondern auch für Sie zu einem Erlebnis macht.

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